Die chinesische Atomaufsichtsbehörde hat der Jiangnan Shipyard (Group) Co., Ltd. die Genehmigung zur Herstellung und Installation wichtiger ziviler nuklearer Sicherheitsausrüstung erteilt. Dieser Schritt könnte ein Zeichen für Fortschritte bei einer neuen Generation nuklearbetriebener maritimer Plattformen sein, von experimentellen Containerschiffen bis hin zu polaren Eisbrechern.
Chinas National Nuclear Safety Administration hat der Jiangnan Shipyard die Genehmigung erteilt, mit der Arbeit an spezifischer ziviler Nuklearsicherheitsausrüstung zu beginnen, einschließlich der Herstellung und Installation eines Reaktorsicherheitsbehälters aus Stahl und der Installation von Steuerstabantriebsmechanismen für einen kleinen schwimmenden Reaktor. Die Genehmigungen stammen aus zwei von der Werft eingereichten Anträgen und sollen fünf Jahre lang gültig sein, was dem Unternehmen ein erhebliches Zeitfenster für die Durchführung nuklearbezogener Schiffbauarbeiten gibt.
Während die Genehmigungen (hier und hier) kein bestimmtes Schiff oder Projekt explizit identifizieren, passen sie gut in Jiangnans öffentlich diskutierte Beteiligung an mehreren maritimen Initiativen mit Atomantrieb. Darüber hinaus berichten chinesische Medien, dass Jiangnan mehrere Ausschreibungen im Zusammenhang mit dem Bau eines „Sicherheitsbehälters aus niedrig legiertem Stahl“ veröffentlicht habe
Eines der am häufigsten berichteten Projekte im Zusammenhang mit Jiangnan ist ein geplantes Containerschiff mit Atomantrieb, das oft als Boxcarrier der nächsten Generation beschrieben wird und für den Betrieb mit minimalen Emissionen auf extrem langen Strecken ausgelegt ist. In den letzten Jahren kursierten Konzeptentwürfe, die ein großes Containerschiff zeigen, das mit einem kompakten Reaktor ausgestattet ist, der für Antrieb und Bordstrom sorgt.
Das Projekt wurde als gemeinsame Anstrengung chinesischer Schiffbauer, Nukleartechnikfirmen und Klassifikationsgesellschaften diskutiert. Es wurde jedoch noch kein öffentlicher Kiel gelegt und der Entwurf scheint sich noch im Machbarkeits- oder Vorentwurfsstadium zu befinden. Die neu erteilten Genehmigungen für Eindämmungs- und Kontrollmechanismen könnten erste Schritte zum Bau von Reaktormodulen oder zum Testen der an ein solches Schiff angeschlossenen Infrastruktur darstellen.
Jiangnan ist außerdem mit einem von der China National Nuclear Corporation geführten Konsortium verbunden, das atomgetriebene Eisbrecher entwickelt. Details bleiben spärlich, aber in chinesischen Medien- und Branchenbriefings wurde regelmäßig auf Entwurfsarbeiten und mögliche Baubeginne hingewiesen. Das Design des Schiffes wurde im Dezember enthüllt.
Ein nuklearer Eisbrecher würde es China ermöglichen, ganzjährige Einsätze in der Arktis ohne Auftanken aufrechtzuerhalten und so die logistische Reichweite entlang der neu entstehenden Polarschifffahrtsrouten stärken. Solche Schiffe würden auch Chinas langfristige Ambitionen in der Arktisforschung, der Ressourcenerkundung und der maritimen Präsenz unterstützen.
Jiangnans Beteiligung am Bau von Eisbrechern ist bereits bewiesen: Die Werft baute den ersten im Inland gebauten Polarforschungs-Eisbrecher Chinas, Xue Long 2, der 2019 in Dienst gestellt wurde. Dieses Projekt demonstrierte seine Fähigkeit, fortschrittliche Rumpfformen, Antriebssysteme und Polartechnikstandards zu integrieren.
Chinas Schiffbauindustrie ist in den letzten zehn Jahren rasant gewachsen und dominierte die weltweiten Aufträge für Handelsschiffe, während gleichzeitig der Schiffsbau beschleunigt wurde. Große Werften drängen nun auf fortschrittliche Antriebstechnologien, darunter LNG, Ammoniak, Methanol und möglicherweise Kernkraft.
Atombetriebene Containerschiffe oder Eisbrecher würden im Falle ihrer Umsetzung einen bedeutenden Technologiesprung bedeuten.
Die neue Lizenz für nukleare Sicherheitsausrüstung bestätigt nicht, welches Projekt Jiangnan verfolgen wird oder ob mehrere Programme parallel voranschreiten. Aber die Genehmigung steht im Einklang mit den erklärten Ambitionen der Werft und bietet die regulatorische Grundlage, die für die Herstellung von Reaktorsicherheitsstrukturen und zugehörigen Systemen erforderlich ist.